• Julian Hallet

Wieviel Mikroplastik steckt bereits in Dir?

Vom Begriff Mikroplastik hat bestimmt jeder mal was gehört. Doch was ist es genau und wo ist es überall zu finden? Das ist eher weniger bekannt. Daher haben wir von Happy Ocean Foods mal ein wenig recherchiert und das Mikroplastik genauer unter die Lupe genommen. 🤓


Einfach gesagt handelt es sich bei Mikroplastik um winzige Plastikteilchen, die entstehen, weil Plastikmüll in winzige Teilchen zersetzt wird. Diese Plastikrückstände sind so klein, dass sie unbemerkt in den menschlichen Körper gelangen können. Welche Auswirkungen das haben kann und wie Du Mikroplastik vermeiden kannst, erfährst Du in diesem Artikel. Außerdem schauen wir uns natürlich an, inwiefern Mikroplastik unseren Ozeanen schadet.



Mikroplastik im Meer


Seit Etablierung der Kunststoffe in den 1950ern wurden weltweit insgesamt rund 8,3 Mrd. Tonnen Plastik produziert. Größtenteils gelangt dieses Plastik ins Meer und bleibt auch dort. Gründe dafür sind seine Beständigkeit, geringe Recyclingraten, miserables Abfallmanagement und zu hohe Produktionszahlen. Der Weg vom Plastik ins Meer findet dabei über verschiedene Wege statt: Flüsse, atmosphärischer Transport, Verschmutzung von Stränden, Schifffahrt, Aquakulturen sowie Fischereiaktivitäten.


Wie oft in dramatischen Videos und Bilder zu sehen, wird dieses Plastik von Tieren gefressen, was zu abnehmender Gesundheit, Verletzungen, Schwimmunfähigkeit oder Tod führt.

Ungefähr eine Million Vögel und Meeresbewohner werden laut OceanCare jährlich Opfer von Plastikmüll.

Während die Auswirkungen von großen Stücken Plastik für die Meeresbewohner sofort sichtbar werden, stellt die Erforschung der Folgen von Mikroplastik auf Lebewesen eine echte Herausforderung dar.


Bisher wurde durch Studien bereits nachgewiesen, dass Kunststoffteilchen global von circa 800 Arten wie Vögeln, Muscheln, Würmern, Fischen, Schildkröten, Meeressäugern und Krebsen vertilgt werden, was größtenteils daran liegt, dass sie das Plastik mit Insektenlarven, Fischeiern und Plankton verwechseln. Im Magendarmtrakt konnten die meisten Partikel gefunden werden, jedoch konnte auch im Blut, den Lymphen und sogar in Organen wie der Leber nachgewiesen. Potentielle Gesundheitsfolgen könnten folgende sein: Schädigung des Magendarmtraktes als auch der Leber, Entzündungen oder auch Verringerung der Futteraufnahme. Zudem wird durch Mikroplastik die Fruchtbarkeit, das Immunsystem und die Sterblichkeit beeinflusst.



Mikroplastik im menschlichen Körper


Und wieviel Mikroplastik steckt denn nun in Dir? Eine Studie des WWF hat nachgewiesen, dass jeder Mensch pro Woche ungefähr eine Menge an Plastik zu sich nimmt, die die Größe einer Kreditkarte hat. Umgerechnet sind das ca. fünf Gramm. Das sind 2000 Plastikpartikel pro Woche und 20 Gramm im Monat. Das würde wohl keiner von uns freiwillig zu sich nehmen...


Ob und inwiefern die aufgenommenen Kunststoffpartikel dem Körper jedoch schaden oder einfach nur ausgeschieden werden, ist bislang noch unklar. Potentiell könnten die Mikroplastikteile die Darmwand oder ähnliches Gewebe schädigen, falls sie scharfe Ecken oder Kanten haben. Außerdem haften sich Schadstoffe gerne an Kunststoffe an. Durch unsere Magensäfte könnten diese wieder freigesetzt werden und somit in den Blutkreislauf gelangen. Außerdem können auch die Plastikteilchen je nach Kunststofftyp giftige Stoffe beinhalten, die möglicherweise im Verdauungssystem freigesetzt werden können.

Wie schütze ich mich?


Ein Großteil der deutschen Unternehmen hat mittlerweile Mikroplastik aus ihrem Sortiment gestrichen. In Zahnpasta kommt es derzeit so gut wie gar nicht mehr vor - nur noch vier Produkte enthalten den schädlichen Zusatz. Genaueres zeigt der Bund für Umwelt und Naturschutzt Deutschland. Er hat eine Liste publiziert, die helfen soll Pflegeprodukte mit Mikroplastik von führenden Kosmetikherstellern zu erkennen. Diese Liste kann Du Dir hier anschauen.


Die meist verwendeten Kunststoffe und ihre Abkürzungen, die Du bei den Inhaltsstoffen der Kosmektikartikel findest und die Du beim Kauf von entsprechenden Produkten vermeiden solltest, lauten: PE, PP, PET, Nylon-12, Nylon-6, PUR, AC, ACS, PA, PMMA, PS, PQ. Ausserdem ist es sinnvoll, auf in Plastik verpackte Lebensmittel zu verzichten und Getränke grundsätzlich aus Glasflaschen zu trinken. Für Brötchen lieber Stoffsäcke statt Plastik mit beschichteten Bäckertüten verwenden. Wer darüber hinaus unseren Meeren etwas Gutes tun möchte, sollte beim Kleiderkauf auf den Kunststoffanteil zu achten, da 35% des Mikroplastiks im Meer aus Kleidung stammt.


Politisches Engagement gegen Mikroplastik


Auch politisch kannst Du Dich dafür einsetzen, dass künftig weniger Plastikpartikel in Natur und Gewässer gelangen. Greenpeace und der BUND raten, Produkte, die Mikroplastik enthalten, zu melden, entsprechende Petitionen zu unterzeichnen und weiterhin Druck auf Hersteller und Politik auszuüben, damit verpflichtende Gesetze gegen den unnötigen Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt erlassen werden. Ähnlich wie Greenpeace versucht auch die Bundesinitiative Mikroplastik gegen die Plastikpartikel vorzugehen und bietet auf ihrer Website zahlreiche Lösungsansätze, wie eine gesetzliche Regelung zum Verbot von Mikroplastik in Kosmetik- und Körperpflegeprodukten sowie eine gesetzliche Regelung zur Ausrüstung von Klärwerken mit effektiven Mikroplastikfiltern und vieles mehr.



Ich hoffe wir konnten Dir mit diesem Artikel näher bringen wie wichtig es für dich, Deine Gesundheit und die Umwelt ist, Deinen Plastikkonsum zu reduzieren und Dein Bewusstsein für das Thema Mikroplastik zu stärken. Dadurch kannst Du in Zukunft weniger für die Produktion von Plastik verantwortlich sein und Deinen Konsum von mikroplastikhaltigen Produkten verringern. Denn Kreditkarten sind schließlich für eine andere Art von Konsum gedacht :)





Quellen:


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